"Auch wir sind gegen die Schließung"

sdcns Die Protestierenden hielten ein riesiges Plakat mit der Aufschrift "Hallenbad in Brambauer = Freizeit + Familie - Auch wir sind gegen die Schließung" in die Höhe und forderten die Politik auf, ihr Vorhaben, das Bad im Rahmen der Haushaltssanierung zu schl

Aktion des türkischen Arbeitnehmervereins für den Erhalt der Kleinschwimmhalle

 

Brambauer. (IK/PiLi) Gut 20 Menschen, darunter überwiegend türkische Frauen, die regelmäßig die Kleinschwimmhalle in Brambauer benutzen, protestierten gestern gegen die geplante Schließung des Hallenbades.



Initiiert hatte die Aktion der türkische Arbeitnehmerverein der durch Vertreter der Ulu-Moschee, dem Lüner Migrationsrat und dem Förder- und Trägerverein vom Brambauer Freibad rege unterstützt wurde.

 

Die Protestierenden hielten ein riesiges Plakat mit der Aufschrift "Hallenbad in Brambauer = Freizeit + Familie - Auch wir sind gegen die Schließung" in die Höhe und forderten die Politik auf, ihr Vorhaben, das Bad im Rahmen der Haushaltssanierung zu schließen, noch einmal zu überdenken.

 

Seit einem halben Jahr können Muslime und Musliminnen die Kleinschwimmhalle an den Wochenenden und an vier verschiedenen Terminen nutzen. Angemietet wird die Halle von der Ulu-Moschee. Drei Schwimmkurse werden von insgesamt 80 Frauen besucht, einer von 20 Männern. Die Kurse sind strikt nach Geschlechtern getrennt. "So verlangt es unsere Religion", erklärte Betul Burhan, Vorsitzende der türkischen Frauengruppe. Nachdrücklich plädiert sie für den Erhalt des Bades: "Es ist in Lünen das einzige Angebot für muslimische Frauen, Schwimmen zu gehen." Und die Nachfrage bei den Frauen steigt. "Wir haben für die Kurse ab der nächsten Saison jetzt schon 100 Anmeldungen", erzählte sie erfreut, "deshalb wollen wir auch einen Kurs zusätzlich anbieten." Ein Nichtschwimmer-, ein Mutter-Kind- und zwei Kurse für Fortgeschrittene sollen den Frauen dann bald zur Verfügung stehen.

 

Auch Yilmaz Tobakoglu, Vorsitzender des türkischen Arbeitnehmervereins, betonte die Bedeutung der Bäder für die türkischen Bewohner in Brambauer. "Ich kenne viele Landsleute, die aus Solidarität mit dem Träger- und Förderverein Jahreskarten gekauft haben", erzählte er. Und betonte gleichzeitig: "Wir werden auch zukünftig jede Initiative und Aktion, die zum Erhalt der Bäder getätigt wird, bestärken und befürworten - schließlich leben wir hier."

 

Eine Aussage, die Klaus Stallmann, Vorsitzender des Fördervereins, sehr begrüßt: "Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des türkischen Arbeitnehmervereins", und er fügte schmunzelnd hinzu: "wir würden uns auch über neue Mitglieder im Förderverein freuen". Paul Jahnke, Vorsitzender vom Trägerverein, betonte auch den wirtschaftlichen Aspekt der muslimischen Schwimmstunden: "Sie sind wichtig, um unsere Kosten zu tragen und lohnen sich schon aus rein wirtschaftlicher Hinsicht."

 

18.06.2006

Zurück