Kurz vor Mittag tummelten sich nur noch zwei Badegäste im Wasser der beheizten Kleinschwimmhalle. Paul Jahnke, der die Badeaufsicht führte, hofft darauf, dass die Öffentlichkeit die sonntäglichen Schwimmmöglichkeiten im Januar nutzt. (Foto: UL)

"Ich rechne nur noch in Öl und Strom"

 

Kleinschwimmhalle steht jetzt jeden Sonntagvormittag der Öffentlichkeit zur Verfügung

 

Brambauer. (UL) "Das ist jetzt erstmal eine Versuchsphase", erklärte der erste Vorsitzende des Trägervereins, Paul Jahnke. Gestern war die Kleinschwimmhalle zum ersten Mal seit 2001 nicht nur für Vereine und Schulen geöffnet, sondern stand der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

 

Bis Ende Januar kann nun jeden Sonntag (bis auf Weihnachten) von 9 bis 12 Uhr eifrig geschwommen werden. Der Träger- und der Schwimmverein hoffen, dass dieses Angebot auf Zuspruch bei der Bevölkerung trifft. "Die Leute können hier ein Zeichen setzen, dass das Bad wirklich gebraucht wird", so Jahnke. Vor dem Hintergrund, dass der Bäderbeirat am Donnerstag den Neubau eines zentralen Hallenbades im Lüner Innenstadtbereich empfahl, was unter anderem die Schließung der Kleinschwimmhalle in Brambauer zur Folge hätte, gewinnt diese Aussage zusätzlich an Bedeutung. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat der Stadt Lünen, dessen entscheidende Ratssitzung am 2. März nächsten Jahres stattfindet. Bis dahin will der Bäderbeirat noch einmal tagen und einen Vorschlag mit Alternativen unterbreiten.

 

Die Bereitstellung der Kleinschwimmhalle für die Öffentlichkeit soll aber nicht nur den Bedarf zeigen. Immerhin müsse das Hallenbad am Wochenende sowieso beheizt werden. Die Badeaufsicht wird ehrenamtlich geführt. So entstehen keine Zusatzkosten durch die Öffnung. Bei einem Eintrittspreis von drei Euro pro Person hofft man ebenfalls, noch etwas "Gewinn" zu erwirtschaften. "Das ist ja Geld, das uns normalerweise nicht zur Verfügung stehen würde", erläuterte Jahnke.

 

Geld ist ein Stichwort, zu dem Jahnke so einiges einfällt. "Ich rechne nur noch in Öl und Strom", erklärte er dann auch, als die letzten beiden Badegäste am Sonntagmittag das Wasser verließen. Auch bei den Badegästen war Geld ein Thema. "Schauen Sie mal da oben an die Decke. Da hat man einfach jede zweite Lampe dichtgemacht, statt zu reparieren. Da werden Wartungsverträge gekündigt, und anschließend wundert man sich über hohe Reparaturkosten. So spart man in Lünen", sagte ein Badegast kopfschüttelnd.

 

Ab dem Neujahrsschwimmen am 1. Januar steht das Bad dann jeden Sonntag mit einer Wassertiefe von 1,20 beziehungsweise 1,80 Meter nur für Schwimmer bereit.

 

19.12.2005

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