Schwimmhalle: Appell an Bürgermeister

Mit einem offenen Brief hat sich die Stadtschulpflegschaft Lünen an Bürgermeister Stodollick gewandt – mit dem Appell, für die Instandsetzung des Hubbodens in der Kleinschwimmhalle Brambauer zu sorgen.

 

Der Hubboden ist bereits seit einiger Zeit eines der größten Probleme in der Schwimmhalle. Durch sein Alter sind die Kunststoffplatten hart und brüchig geworden. Die ehrenamtlichen Helfer des Freibad-Trägervereins Brambauer haben mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten immer wieder versucht, mit Notreparaturen dafür zu sorgen, dass der Boden nutzbar bleibt. Im Rahmen der letzten Sitzung des Schwimmvereins Brambauer war dann bekannt gegeben worden, dass der Boden zunächst aus Sicherheitsgründen heruntergefahren wurde, nun unten bleiben muss und Nichtschwimmerausbildungen, die bei geringeren Wassertiefen stattfinden müssen, nicht mehr durchgeführt werden können (wir berichteten). Betroffen sind aber nicht nur die Vereinsschwimmer, sondern auch die Grundschulen des Stadtteils.

„Die Stadtschulpflegschaft Lünen fordert Sie mit diesem Schreiben und der damit verbundenen Bitte auf, sich für die sofortige Behebung dieses Missstandes einzusetzen, damit der Schwimmunterricht an den drei Brambauer Grundschulen wieder in voller Gänze aufgenommen werden kann”, schreibt Michael Folchmann als erster Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft nun an den Bürgermeister. Aus Sicht der SSPL verstehe es sich von selbst, dass die Stadt Lünen handeln müsse, um den Schwimmunterricht mit sofortigen Maßnahmen wieder ermöglichen müsse. „Es darf nicht an 30 000 oder 35 000 Euro scheitern, dass Kindern in diesem großen Lüner Stadtteil kein Schwimmunterricht mehr angeboten werden kann.

Folchmann begründet dieses Anliegen auch damit, dass Lünen über den Deutschen Städte- und Gemeindebund auch an der Aktion „Quietschfidel – Ab jetzt für immer: Schwimmer” beteiligt sei, die ins Leben gerufen wurde, un die Zahl an Badeunfällen zu senken. Die Zahlen der Toten bei Badeunfällen seien immer noch hoch. In der Altersgruppe bis 14 Jahren liege der Anteil von Nichtschwimmern nach Zahlen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Nordrhein bei 35 Prozent. Darüber hinaus sei Schwimmsport eine ideale körperliche Betätigung bis ins hohe Alter. Letztlich seien der soziale und der motorische Aspekt nicht zu vernachlässigen. „Zurzeit ist Schwimmunterricht in Brambauer aber weder den Schwimmvereinen noch den drei Grundschulen möglich. Auch eine Alternativhalle kann durch die Stadt nicht angeboten werden”, so Folchmann.

Ob die Stadt angesichts der Pläne für das Zentralbad noch einmal Geld in die Schwimmhalle in die Hand nimmt, daran hegte kürzlich CDU-Stadtverbandsvorsitzender Herbert Jahn im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Ortsunion Brambauer Zweifel – und fügte hinzu: „Dann müssen wir den Schulen bis zur Übergangszeit einen Bus zum Stadtbad zur Verfügung stellen.”

Auch Klaus Lamczick, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, bezweifelte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der Hubboden noch einmal instand gesetzt wird. Eine Lösung müsse dennoch dringend her. „Da muss etwas passieren”, sagte er. Vermutlich werde es darauf hinaus laufen müssen, dass die Schüler aus Brambauer in anderen Bädern Lünens unterrichtet werden müssen. Das sei angesichts der Fahrzeiten „schon problematisch”, aber machbar.

Oliver Schlappa

 

17.04.2008

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